Wie kann die Wachstumslücke geschlossen werden?

Anspruch und Leistung

Die Wachstumslücke beschreibt die Differenz der Geschäftsleistung und des Anspruchs der Geschäftsplanung z.B. in 5 Jahren.

Um die Lücke im Ansatz bereits zu schliessen braucht es ein Innovationsportfolio mit Innovationsprojekten, die das Wachstum sicherstellen. Ein solches Portfolio stellt den Zufluss von neuen „H2-Projekten“ sicher, die sowohl aus inkrementellen Verbesserungsinnovationen, aber auch disruptiven Technologien aus dem Bereich H3 entstehen. Gemeinsam ist die anspruchsvolle Startup-Phase der H2-Projekte.

Die Aufteilung des Innovationsportfolios nach strategischen Dimensionen (z.B. selber machen vs. M&A) erlaubt es, die Kosten und den Risiko-Appetit einzustellen. Die Thematische Aufreihung nach strategischen Inititativen stellt sicher, dass Produktportfolio und Roadmaps langfristig zusammenpassen.

Vermeiden der Wachstumslücke

Es kann vorkommen, dass ein H2-Projekt im Wachstumsplan dominiert und entsprechende Kosten generiert.

Beispiel: ein Europäischer Hersteller von Kinderwagen beschliesst, sein nächstes H2-Produkt nicht im angestammten Markt zu lancieren, sondern einen Koffer für Geschäftsreisende anzubieten. Die Motivation ist der Erfolg und die entsprechende Sättigung im high-end Segment der Kinderwagen.

Die Bergündung für das neue H2-Projekt basiert v.a. auf technischer Kompetenz im Design, der Verfolgung der Strategie „personal mobility“ und dem Ziel wiederum in ein lukratives high-end Segment einzudringen.

Nach langer Marktforschung und Entwicklung wird ein teurer und schwerer Rollkoffer auf den Markt gebracht, der nur wenig Absatz erzielt. Gleichzeitig gelingt es einem Konkurrenten, ein neues Kinderwagen-Segment zu finden, das mehr Bedürfnisse der Eltern abdeckt und bewusst leicht günstiger positioniert wird.

Dies zeigt, wie wichtig es ist, die verschiedenen Innovationsstrategien und Horizonte auszubalancieren.

Das Risiko steigt entsprechend und kann die Firma zurückwerfen oder gar auslöschen. Insbesondere wenn gleichzeitig das Geschäft mit den vermeintlich stabilen H1-Produkten einbricht.

Viele Beispiel von aktuellen Projekt-Portfolios haben diese Charakteristik und sollten entsprechend korrigiert werden. Dies kann im Portfolio auf der Sachebene geschehen, z.B. durch intensivere fit/gap Analysen von Markt, Produkt und Technologie. Es sollte aber auch auf der Prozessebene angegangen werden, die sicherstellt, dass ein Innovationboard regelmässig die strategischen Initiativen mit den Ergebnissen des Innovationsportfolios abgleicht.

Schreibe einen Kommentar

Menü schließen